Versicherung e-Scooter – Anforderungen und Anbieter

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Mit der die Zulassung von e-Scootern für den Straßenverkehr ergibt sich automatisch auch eine Versicherungspflicht. Nachfolgend beleuchten wir ausführlich alle Aspekte und geben eine Übersicht zu den Kosten und Anforderungen, die beim Abschluss einer Versicherung für e-Scooter beachtet werden müssen.

Versicherung e-Scooter

Versicherungspflicht für e-Scooter

Grundsätzlich gilt, dass e-Scooter, die im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden, zwingend eine Haftpflichtversicherung benötigen, damit sich der Halter gegen verursachte Schäden absichert. Dies gilt ausnahmslos für alle e-Scooter, die schneller als 6 km/h fahren können und bis zur maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.

Elektro-Tretroller, die bauartbedingt langsamer fahren oder ausschließlich auf privaten Grundstücken genutzt werden, benötigen hingegen keine Versicherung. Trotzdem solltest du abwägen, ob diese Ausnahmen auch wirklich immer erfüllt werden und der Abschluss einer Versicherung nicht trotzdem sinnvoll sein kann.

Gekennzeichnet wird die erfolgte Versicherung durch einen Versicherungsaufkleber, der gut sichtbar am e-Scooter angebracht werden muss. Ebenfalls sollte der Versicherungsaufkleber natürlich nicht beschädigt werden.

Die private Haftpflichtversicherung deckt Personen-, Vermögens- und Sachschäden nicht ab. Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung für e-Scooter ist somit zwingend notwendig.

Was kostet eine Versicherung für e-Scooter

Die Kosten für das Versicherungskennzeichen für e-Scooter hängen, wie bei den meisten Versicherungen, von unterschiedlichen Faktoren ab.

Primär ist dabei das Alter des Halters entscheidend, wobei die Grenze bei 23 Jahren gesetzt ist. Dies bedeutet, dass jüngere Halter einen deutlich höheren Preis für den Versicherungsschutz bezahlen müssen. Dieser liegt monatlich bei 7,- bis 8,- Euro und halbiert sich bei älteren Versicherungsnehmern um knapp die Hälfte.

Tipp: Zu beachten ist hierbei, dass das Alter des Halters und nicht des Fahrers entscheidend ist. Aus finanziellen Gründen kann es also sinnvoll sein, einen e-Scooter beispielsweise über die Eltern zu versichern, falls du jünger als 23 Jahre bist.

Wie lange gilt die e-Scooter Versicherung

Bei der Versicherung für e-Scooter kommen jeweils Wechselkennzeichen zum Einsatz. Das bedeutet, dass das Versicherungskennzeichen bzw. der Versicherungsaufkleber jedes Jahr zum 01. März gewechselt werden muss. Der Versicherungsschutz besteht dann jeweils bis zum 28. Februar des Folgejahres.

Wird ein Versicherungsschutz erst im Laufe der Abrechnungsperiode abgeschlossen (also beispielsweise im Juni), so reduziert sich der Jahresbetrag in der Regel entsprechend anteilig.

e-Scooter Kennzeichen

Wie bereits oben angesprochen wird das zuvor angedachte Kennzeichen durch einen Aufkleber (ähnlich der Aufkleber zur Hauptuntersuchung bei einem PKW) ersetzt. Dieser Aufkleber ist gut sichtbar an der Rückseite des Rollers anzubringen.

Durch jährlich unterschiedliche Farben der Aufkleber ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Versicherungsschutz besteht. Zusätzlich muss auch immer der Versicherungsschein durch den Fahrer mitgeführt werden. Dies gilt auch, wenn der Fahrer und der Versicherungsnehmer unterschiedliche Personen sind.

Notwendige Unterlagen zur e-Scooter Versicherung

Um die Versicherung für deinen Tretroller abschließen zu können, benötigt du die folgenden Unterlagen:

  • Allgemeine Betriebserlaubnis des e-Scooters
  • Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN)
  • Angaben zum Herstellen und zum Modell
  • Persönliche Dokumente (Personalausweis etc.)

Teilkaskoversicherung für e-Scooter

Auch das leidige Thema Diebstahl ist natürlich immer präsent. Nur allzu schnell kann ein Tretroller ob seines geringen Gewichts und der kompakten Größe entwendet werden.

Um diesem Ärgernis vorzubeugen, muss ein e-Scooter gegen Diebstahl gesichert werden. Zum einen sind hier leichte und trotzdem sichere Schlösser notwendig, sodass der Roller auch vor dem Supermarkt oder dem Bäcker schnell und sicher abgestellt werden kann.

Auch andere Alarmsysteme sind hier denkbar. Die Kosten für diese Sicherungen sollten aber natürlich immer im Verhältnis zum Anschaffungspreis des e-Scooters stehen.

e-Scooter Schloss

Zum anderen kann auch eine Teilkaskoversicherung sinnvoll sein. Sollte es trotz entsprechender Sicherungen doch zum Diebstahl kommen, greift die entsprechende Versicherung und erstattet die Kosten. Je nach Versicherung wird allerdings in vielen Fällen noch eine Selbstbeteiligung verrechnet.

Achtung: Zu beachten ist hierbei, dass du in der Regel nachweisen musst, dass der e-Scooter entsprechend abgesichert war. Dies kann zum Beispiel durch ein aufgebrochenes Schloss belegt werden.

Zudem schützt die Teilkaskoversicherung auch gegen weitere Schäden, wie beispielsweise bei Unfällen mit Tieren oder Schäden durch Sturm, Hagel oder anderen Naturgewalten.

Gilt die Versicherung für e-Scooter auch im Ausland

Grundsätzlich besteht ein Versicherungsschutz pauschal in allen Ländern der Europäischen Union. Bevor du den Roller allerdings mit in den Urlaub nimmst, sollte von der Versicherung eine internationale Versicherungsbestätigung angefordert werden.

Dabei kann auch gleich erfragt werden, ob ein Versicherungsschutz im Urlaubsland besteht, falls dieses nicht der EU angehören sollte.

Ferner ist bei Reisen ins Ausland auch immer zu prüfen, ob e-Scooter dort erlaubt sind.

Besteht ein Versicherungsschutz, wenn der e-Scooter verliehen wird

Entscheidend ist immer, dass der Halter eine Versicherung abgeschlossen hat. So besteht der Schutz also auch, wenn Fahrer und Halter unterschiedliche Personen sind.

Wie bereits weiter oben angemerkt, muss der Versicherungsschein vom Fahrer immer mitgeführt werden. Hier bietet sich beispielsweise eine kleine Tasche an, die schnell und einfach am Tretroller befestigt werden kann.

Versicherung von e-Scootern ohne Betriebserlaubnis

Voraussetzung für eine Versicherung ist eine allgemeine Betriebserlaubnis des e-Scooterz. Modelle, die vor dem Sommer 2019 gekauft worden sind, besitzen diese Betriebserlaubnis in der Regel nicht. In diesem Fall ist eine Versicherung nur dann möglich, wenn eine nachträgliche Einzelerlaubnis erteilt worden ist.

Wie und ob einzelne Hersteller bereits verkaufte e-Scooter nachrüsten, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. Gerade bei ausländischen Firmen ist es aus unserer Sicht fraglich, ob diese speziell für den deutschen Markt überhaupt eine Nachrüstung vornehmen werden. Unsere weitergehende Einschätzung dazu findet sich auch in unserem Artikel ARTIKEL.

Tuning von e-Scootern

Durch das Tuning von e-Scootern, um beispielsweise die Höchstgeschwindigkeit zu verbessern, erlischt in der Regel die allgemeine Betriebserlaubnis.

Im Falle eines Schadens ist dann davon auszugehen, dass die Versicherung dir gegenüber Regressforderungen stellen wird.

Alkohol und e-Scooter

Wie auch bei anderen Kraftfahrzeugen gilt auch bei Scootern eine Promillegrenze von 0,5 Promille bei Nutzern ab 21 Jahren und eine strikte Null-Promillegrenze bei Fahrern unter 21 Jahren.

Achtung: Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du auf das Fahren von e-Scootern unter Alkoholeinfluss jedoch gänzlich verzichten. Zumal Versicherungen bereits ab 0,3 Promille Regressforderungen an den Unfallverursacher stellen können.

Helmpflicht für e-Scooter

Die Nutzung eines Helms beim Fahren mit e-Scootern ist nicht vorgeschrieben. Trotzdem solltest du dir, wie beispielsweise auch beim Fahrradfahren, überlegen, ob ein Helm zum Eigenschutz nicht sinnvoll wäre. Hier findest du eine Übersicht entsprechender Helme und weiteres nützliches Zubehör für e-Scooter.

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Holger

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